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Nickel verzog sich eines Tages. Und Schneewittchen fand zu den Scherben. Schneewittchen hieß Claudia Roth und kam aus Schwaben. Die Kehrwoche führte sie nicht ein in dieser Landkommune , aber Spätzle gabs schon häufiger zu essen als vorher. Die kochte manchmal sogar Rio. Rio kochte gern und gut, wenn Geld da war für die Lebensmittel, denn mit Klauen im Supermarkt war in Fresenhagen Schluß.
Aber Geld kam auch keines rein. Die Scherben mußten werben. Diesmal nicht als Polithiwis der Alternativen, dabei verdiente man kein Geld, sondern wurde arm dabei, sondern "in Conzert" mit allem was dazu gehörte. Das Geld, das man brauchte für eine Konzerttournee, das konnte man pumpen, es kam ja wieder rein. Aber wenn die Scherben kamen, affengeil äscht, dann sollte man zehn Mark Eintritt bezahlen, seit wann denn brauchte eine Politrockband aus Kreuzberg oder Fresenhagen Geld?
"Äh ! Rio höma, das kannse doch nich machen,
das wir hier Kohle abdrücken, wenn du spielst?"
Ob man das machen konnte oder nicht, war nicht die Frage, sowohl die Freie Republik T-Ufer als auch die Freie Republik Fresenhagen verfügte zwar über viele Noten, aber über keine von der Bank.
Es gab zwar mittlerweile eine kleine Goldreserve , Rio hatte das Filmband in Gold bekommen, für seine Rolle in dem Film Johnny West, aber das Band verwahrte bereits ein Kreditinstitut in Niebüll als Sicherheit für die geliehenen Mäuse, oder sagen wir in diesem Fall wirklich "Geld" denn Mäuse hätten sich die Fresenhagener nicht leihen müssen, die kleinen Tierchen gabs auf dem Bauernhof im Überfluß. Auch Väterchen Rau, der große Konzertveranstalter - " Das sind meine liebschten Kinder" schwärmte er von den Scherben" - machte mit den Scherben und Schröders Roadshow Tournee keinen Reibach. Im Gegenteil das Schuldenmaß der Freien Republik war nach diesen Tourneen endgültig voll.

Glueck

Die Scherben wollten noch immer unabhängig bleiben, sich nicht verkaufen. Gern waren sie bereit, so wie bisher alles brüderlich zu teilen. aber die Schulden? - wie teilt man Schulden unter Habenichtsen. Kuckuckuck wieviel Jahre leb ich noch? Der Gerichtsvollzieher ließ sich jetzt häufiger blicken. Rio hatte Glueck. Und das Glück hatte einen Namen: George Glueck
Im Banat geboren, da kam auch Rios Großvater her, in den Staaten aufgewachsen. Ein Manager, der etwas vom Musikgeschäft verstand, nahm Rio Reiser unter Vertrag, der ließ sich, wie man es nehmen will, verkaufen, die Scherben nicht.
Fresenhagen war gerettet und war jetzt eigentlich ein Königreich.
Der König von Deutschland teilte weiter mit den Habenichtsen.
König von Fresenhagen wurde Lanrue.
Rio durfte jetzt häufig auch zu Talkshows kommen, er war gesellschaftsfähig, gehörte zum Musikgeschäft. Und durfte, dieser Luxus wurde ihm gestattet, auch weiter texten, komponieren und singen was er für richtig oder nötig hielt. Geldsorgen gab es erst mal keine und als Gefangener der Unterhaltungsindustrie kam er sich auch nicht vor.
Kam jetzt auch keiner mehr der die Platten untern Arm nahm um sie zu verkaufen und dann auf Nimmerwiedersehen verschwand. Mußte auch keiner mehr belohnt werden, weil er die Freie Republik gerettet hatte, durch Putzen, Kochen, Katzenfüttern. Die Plattenfirma bezahlte, knallhart und kalt, wie sie nun mal war, nur für erbrachte Leistungen im Studio - Rechnung stellen! Und wer lieber Katzen füttern wollte, als seine Dienstleistungen als Musiker zu verkaufen, den konnte sich zum Kuckuck scheren. "Tschuldigung Rio, mußte mal gesagt werden." Die Stimme aus dem Feenreich war das nicht. Aber auch nicht die Stimmen, die Rio nun einen Verräter nannten, einen Schlagerfuzzy, der seine Träume von Freiheit an die Menschenfresser verhökert hatte, kamen nicht von dort.

Fortsetzung