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Von Norman Körtge

Rodgau - Er forderte "Keine Macht für Niemand" sowie "Macht kaputt, was euch kaputt macht", wurde so zu einer Ikone der Linken-Bewegung in den siebziger Jahren und erzählte, was er machen würde, wenn er "König von Deutschland" wäre: Ralph Christian Möbius, besser bekannt als Rio Reiser. Der Sänger der Rockgruppe "Ton Steine Scherben" wohnte - wie auch andere Bandmitglieder - eine zeitlang in Nieder-Roden. Die Bürgerschaft wünscht sich nun eine Erinnerung an den sozialkritischen Rebellen im Stadtbild. Fans warten sehnsüchtig darauf.
Rio Reiser starb 1996 im Alter von 46 Jahren nach einem Herz-Kreislauf-Kollaps im ostfriesischen Fresenhagen. Die Fans standen unter Schock. Sein Grab auf dem dortigen Gelände des Rio-Reiser-Hauses wurde zur Pilgerstätte.
"Schön wäre es gewesen, wenn wir zu seinem zehnten Todestag 2006 schon etwas gehabt hätten", erzählt Steffen Hartmann, Ortsvorsteher von Nieder-Roden. Der Wille ist auf jeden Fall da, eine Erinnerung an den berühmten ehemaligen Nieder-Rodener-Bürger zu schaffen. Von 1965 bis 1968 wohnte er zusammen mit seinen Eltern in der Erfurter Straße. Anschließend zog es ihn nach Berlin.
Doch um eine Gedenkstätte - in welcher Form auch immer - zu schaffen, fehlt nach wie vor das übergeordnete Gesamtkonzept. "Die Grünflächen an der Frankfurter Straße sollen umgestaltet werden", berichtet Hartmann. Aber noch gibt es dafür kein fertiges Konzept und die Finanzierung ist ungewiss. Da das Rio-Reiser-Denkmal in das Gesamtkonzept passen soll, muss die Gestaltung und die Umsetzung warten. Ein idealer Zeitpunkt wäre jedenfalls 2010. In diesem Jahr wäre Rio Reiser 60 Jahre alt geworden.
Sein Bruder Gert Möbius, der mit dem Rio-Reiser-Haus in Fresenhagen und verschiedenen Veranstaltungen das Gedenken an ihn hochhält, findet die Idee in Nieder-Roden gut. Er selbst wohnte auch ein Jahr dort. "Es würde mich natürlich sehr freuen, wenn man in dem Ort, in dem er seine musikalische Karriere begann, sich an ihn erinnern würde", sagt er dem EXTRA TIPP.
Zumal Nieder-Roden so etwas wie die Brutstätte von "Ton Steine Scherben ist". Denn auch Reisers bester Freund und "Scherben"-Gittarist Ralph Peter Steitz (Künstlername R.P.S. Lanrue) wohnte in dem heutigen Rodgauer Ortsteil, genauso wie Britta Neander, die mit dem Schlagzeug den Takt der Kultband vorgab. Ihre Mutter wohnt immer noch in Nieder-Roden.