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Artikel aus der Stuttgarter Zeitung vom 17.08.2006

Die Scherben, wieder ohne Gage

Am vergangenen Dienstagabend, als die Fernsehdokumentation "Ein deutscher Terrorist" von den Frankfurter Häuserkämpfen 1974 erzählte, konnte man Rio Reisers Stimme hören: "Macht kaputt, was euch kaputtmacht!" Auch sonst ist Reiser, der vor fast genau zehn Jahren, am 20. August 1996, starb, in der deutschen Popszene noch sehr präsent. In Elser Maxwells Erinnerungsfilm "Für immer und dich" hört man Rios Stimme dagegen gar nicht, was zunächst erstaunt.

Doch ist dies eben keine dieser schnittig aus Wochenschaumaterial, Zeitkolorit, O-Tönen und angespielten Hits montierten Nostalgieshows, sondern nimmt den Untertitel "In Erinnerung an Rio Reiser" bemerkenswert ernst, wenn einige wenige Freunde und Kollegen des charismatischen Sängers viel Gelegenheit bekommen, sich an vergangene Zeiten zu erinnern. Da wird mal verklärend, dann aber auch amüsiert-distanziert viel erinnert, auch Seemannsgarn gesponnen, aber auch berichtet von der skandalösen Ausbeutung der Scherben als freiwillige Feuerwehr der Linken, die immer solidarisch ohne Gage rocken sollte. Der Film mag etwas spröde geraten sein, aber die unglückliche Geschichte dieser Band bietet wenig Raum für nostalgische Verklärung.

Ulrich Kriest Aktualisiert: 17.08.2006, 12:36 Uhr